Synve’s Blog

Oktober 29, 2009

Herbst-Bücher-Lese

Einsortiert unter: Bücher — synve1 @ 3:47 vormittags
Andere verbringen ihren Herbst mit der Weinlese, ich nütze ihn zur Bücher-Lese. Bald wird es wohl auch wieder mit dem Schreiben losgehen, wenn die Winterzeit in einer Woche über uns hereinbricht und die kreativ-depressiven Stimmungen wieder daherwabern. Also hier ein paar herbstliche Bücher:
1. Werner Gruber: Die Genussformel (Verlag: ecowin)
Kochbücher zu lesen ist ohnehin schon recht inspirierend, wenn man selber gerne kreativ kocht. Dieses Buch ist eines von der Sorte, die physikalische Kochhintergründe erläutert und die naturwissenschaftlichen Begründungen von überlieferten Kochtraditionen aufdeckt. Ich mag diese Büchergattung und sammle sie geradezu. Und dieses Buch ist besonders  lecker, in appetitlichen Häppchen sozusagen als “Smörgaasbord” dargeboten, sodaß man Lust bekommt, die einfach und schmackhaft aussehenden Rezepte sofort nachzukochen, oder noch besser, den Autor für einen Vortragsabend mit seinen witzigen Anekdoten persönlich einzuladen! (Ah: dazu fällt mir ein, daß ich mir bei der Lektüre vorgenommen hatte, nach der Buchanweisung ein flaumiges Kartoffelpürree selbst und packerl-los zuzubereiten, das nicht durch falsche physikalische Reize zu viel Kleber entwickelt unde pampfig wird!!)
2. William Horwood: Der Junge, der keine Schuhe hatte (Verlag: Goldmann)
Gebt mir Autobiographien. The real stuff! Diese hier ist eine besonders berührende, in der der spätere englische Erfolgsautor seine Kindheit in schwierigen Verhältnissen aufarbeitet. Nicht nur die belastende familiäre Situation sondern auch eine massive Lern-, Sprach- und Leseschwäche lassen sich nur mühsam überwinden.  Stimmung und Gefühl sind erschreckend authentisch eingefangen. Hier findet man sein eigenes verlorenes inneres Kind wieder, zB. im Kampf mit abstrakten Begriffen und unverständlichen Erwachsenenaktionen und der Frustration durch Erwachsene, die einem sensiblen Kind  Halt versprechen aber dann nicht geben. In starkem Relief brennen sich Szenen ein, in denen kleine materielle Dinge für das Kind eine enorme lebensverändernde Bedeutung bekommen, ohne daß die auslösenden Erwachsenen es mitbekommen. Ordung im unverständlichen Erwachsenen-Chaos schafft schließlich ein plötzliches intuitives Begreifen der Gesetze von Ebbe und Flut und der Strömungen des Meeres: Durch sie findet der Junge eine Leitlinie aus der Trostlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit und der Leistungsschwäche. Die Stimmung ist durchgehend novembrig-poetisch, und gegen Ende ist ein griffbereiter Vorrat an Taschentücher sehr empfehlenswert. Horwood hat sich geradezu exibitionistisch und ohne Rücksicht auf das eigene Ansehen seine triste Kindheit während einer schweren Krankheit von der Seele geschrieben, und man betrachtet eine sich nur langsam ordnende Welt durch die Augen eines hilflos dem Chaos ausgelieferten Jungen, der langsam lernt, sich effizient gegen Willkür und Verantwortungslosigkeit zu wehren und durchzusetzen.
3. Agatha Christie: An Autobiographie (Fontana)
Zu einer viel beschwingteren Autobiographie: Agatha Christie weiß eben, wie man schreibt. Und ihr Leben ist zusätzlich noch ein wirklich interessanter Lesestoff, noch viel besser als ihre Krimis! Von der Jugend im Herrenhaus, mit wirklich einmal anschaulicher Beschreibung der Besonderheiten der gesellschaftlichen Regeln und Ränge der Dienstboten und ihrer Allüren, über das Schaffen einer Existenz und dem Hineingleiten ins Autorendasein, bis zu ihren Weltreisen und archäologischen Abenteuern an diversen Ausgrabungsstätten mit ihrem zweiten Mann. Mit ungewöhnlich klarem Blick sieht sie zu jedem Zeitpunkt ihr Leben, ihre Beziehungen, ihre Stellung und die Gesellschaft, beschreibt scharf, prägnant und treffsicher bildgebend die unzähligen Persönlichkeiten in ihrem Leben und macht das ganze zu einer äußerst kurzweiligen Lektüre, die zusätzlich noch ein hervorragend plastisches Zeitdokument über England vor und während der beiden Weltkriege abgibt.
4. Wilson Rawls; Where the red fern grows (Bantam books)
Dieses Buch liegt eigentlich schon lange bei mir herum, denn es soll ein amerikanischer Klassiker der Hundeliteratur sein, in der Tradition von “Homeward Bound”. Wegen seiner schmalztriefenden lassie-zitierenden Umschlaginfo habe ich es bisher nicht gelesen und jetzt beim Umräumen zufällig doch angefangen. Nach zwei Seiten war ich gehookt. Das liegt natürlich daran, daß ich nachvollziehen kann, wie man an seinen Hunden hängt und wieviel einem der Sport, den man mit seinen Hunden betreibt, bedeuten kann. In diesem Fall ist es die Jagd auf Waschbären. Waschbären finde ich ja eigentlich sehr süß, aber dieses Buch ist mit soviel Feuer und Enthusiasmus  sowie Liebe für die Coonhounds (und jagdlichem Respekt vor den Waschbären!!!) geschrieben und erzeugt so bewegte Film-Bilder und Eindrücke von der Landschaft, der Natur im Cherokee-Land der Ozarks, daß der eher schwache Film, den die Disney Studios daraus gemacht haben, einfach einpacken kann. Rawls beschreibt die Persönlichkeiten der Hunde und Menschen so stark und glaubhaft, daß es für Hunde- oder Naturliebhaber ein nachhaltig beeindruckendes Werk darstellt, genau richtig zum Durchlesen in kalten Herbstnächten! Achtung: auch hier Taschentücherstapel gegen Ende bereithalten!
5. Joe Hill: The Heart-Shaped Box (Gollancz)
Eine Buchempfehlung für Halloween. Normalerweise lese ich eigentlich keinen Horror, aber das hier ist genau die richtige spannende, psycho-gruselige Sorte Spezial-Horror, der sich vor Halloween so richtig gut liest. Ein Buch wie Wasabi-Erbsen. Finanziell unabhängiger alternder Rockstar mit verblichender Band kauft einen Geist bei einer Internet-Versteigerung. Der Geist erweist sich als wirklich ernsthaft böser Geselle, der dem  hartnäckigen und wehrhaften Rockstar und seiner entschlossene n jungen Freundin ein Rennen mit quietschenden Reifen gegen den Tod beschert. Spannend geschrieben, gut und schlüssig aufgebaut, richtig gruselig aber zum Glück trotz aller Horror-Abgründe kein sinnloser Splatter. Vorsicht: nicht jugendfrei und auch nichts für Zartbeseitete, versteht sich von selber!

Februar 26, 2009

Kleine Kochbuch-Empfehlung :)

Einsortiert unter: Bücher,Synve`s Livestyle — synve1 @ 8:51 vormittags

Sam Stern`s “Student Cookbook”

Für alle, bei denen das Kochen schnell, aber trotzdem gesund, billig und gut sein soll- Zielgruppentyp wie im Titel ersichtlich: Studenten.

Außerdem eine Freude für immer schon anglophile Leute wie mich, wenn sie dann Rezepte wie Flapjack und Cornish Pasty finden. Da hüpft das Anglophilen-Herz!

Außerdem vereinigt es auf interkulturell-studentisch-respektlose Art alle möglichen internationalen Rezepte, die sich einfach. billig und gut zubereiten lassen- von Currys bis Guacamole und Meze.

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