Synve’s Blog

Februar 28, 2009

Wollen

Einsortiert unter: Brainstorm — synve1 @ 12:27 vormittags

Ich denke, es ist 10, 12 Jahre her, daß ich mein letztes Gedicht geschrieben habe. Vielleicht sollte ich es ja auch besser lassen, aber eine befreundete Sängerin hat mir heute einen MP3-Player voll mit selbstgeschriebenen Songs geliehen, und das hat diesen von früher bekannten Zustand von kreativer Sehnsucht in mir ausgelöst, in dem man dann entweder die ganze Nacht wachliegt, oder irgendetwas schreibt. Früher ist mir das dauernd so gegangen- ich war geradezu froh, daß sich dieser irgendwie pubertäre Zustand geglättet hat. Aber hier ist jedenfalls, was heute zwischen 00.16 und 01.21 aus mir herauswollte.

Wollen

 

Kannst du`s fühlen, dieses Rollen

der Sekunden, der Sekunden,

der Minuten und der Stunden?

Wie das Sehnen und das Wollen,

 

Meine Fluten auszugießen

und in pochenden Minuten

endlich gänzlich zu verbluten

und in Ruhe zu zerfließen.

 

Kannst du`s fühlen, dieses Röhren,

dieses Tosen in den Ohren,

Als die Adern mir gefroren

konnt` mein Blut ich stocken hören-

 

An der Wand von Eis verschallten

meine Schreie, sie zerschellten,

So zersprangen meine Welten,

klirrten, brachen und verhallten.

 

Kannst du dieses Sirren hören

der in sich gedrehten Stunden,

die mich wie in Draht gebunden

Um mir dauernd zu gehören.

 

Die mich fesseln, die mich halten,

die mir meine Schreie dämpfen,

Wer nicht schreit wird auch nicht kämpfen,

Eisern bleibt es so beim Alten.

 

Strömen will ich, will zergehen

mich ins Meer hineinergießen,

will mich schmelzen, will zerfließen

und die Sonne tauen sehen

 

Um im Goldglanz aufzugehen.

 

Theme: Rubric. Bloggen Sie auf WordPress.com.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.