Synve’s Blog

Januar 19, 2011

Haiku aus dem Sängerleben

Einsortiert unter: Gedichte — synve1 @ 10:21 am

Bei Kollegin Elisabeth Wiesinger habe ich diesen kleinen aber ausdrucksvollen Haiku aus dem Sängerleben gefunden und geklaut:

7 Stunden gesungen.

Heimfahrt.

Kalte Pommes.

:-)

Januar 4, 2011

Silvester in Taiwan

Einsortiert unter: Inspirationen — synve1 @ 1:26 am

AUS DER LUFT:

Auf Bild 1 sieht man Frankfurt aus der Luft, bei minus 4 Grad. Ebenfalls minus vier herrschten bei der nächsten Zwischenlandung nach 10 Stunden Flug in Peking.

Taipeh, drei Flugstunden südlicher, hielt dafür ein angenehmes stabiles Silvester-Klima von 16 Plus-Graden bereit- optimal für Sightseeing in dieser faszinierenden Stadt zwischen hypermodernem Luxus und uralten einfachen Lebensweisen.

EXTREMER KONTRAST: ARMUT UND LUXUS:

Taipeh: eine Stadt der extremen Kontraste: Hier das Luxushotel Hyatt direkt neben dem berühmten „101″, dem momentan zweithöchsten Turm der Welt, der Turm mit der berühmten Anti-Erdbeben-Kugel, die die durch Erdbeben entstehende Schwankungen ausgleichen und dadurch einen Einsturz verhindern soll.

Vom Hotel aus einmal um die Ecke sieht es dann so aus: 

Hier kaufen die einfachen Leute ihren Reis, ihre Kichererbsen und ihre Gewürze gleich direkt aus den Säcken in einem der kleinen offenen Shops auf der Strasse. Alle paar Meter gibt es einen Stand mit Street Food, kleinen Snacks, die hier frisch herausgebacken und an die Passanten verkauft werden. Street Food ist sehr günstig und alles, was ich gekostet habe, war auch sehr gut. Da die Wohnungen der normalen Leute hier sehr klein sind und meist viele Familienmitglieder beherbergen, wird angeblich kaum zu hause gekocht sondern hauptsächlich auf der Strasse gegessen.

Der Verkehr ist eine bunte Mischung aus Autos, Myriaden von Motorrädern und diversen ziemlich selbstgebastelt wirkenden Vehikeln, die genau für den vorgesehenen Zweck aber ohne jeden überflüssigen Komfort designt sind. Hier eine kleine Handelsinteraktion mitten zwischen den vorbeifahrenden Autos. Zum Glück legen hier alle eine grosse Geduld und Flexibilität an den Tag- Hindernisse auf der Strasse werden vorsichtig umschifft, ohne dass jemand irgendjemand deshalb grantig werden müsste. Was durch Gesetze der Physik wirklich nicht mehr zu gehen scheint, wird irgendwie durch kreativen Gebrauch Hupe, sowei ein gerüttelt Mass an Geduld und Spucke doch noch gelöst!

Als gar nicht so einfach erwies es sich, an die einheimische Währung, den Taiwan Dollar, zu kommen, denn die -eigentlich weitverbreiteten- Banken von Taipeh hatten von so exotischen Währungen wie dem Euro noch nichts gehört. Nur die City Bank wusste damit etwas anzufangen, bei den anderen Banken sah die Währungsauswahl eher mickrig aus und beschränkte sich auf übersichtliche US Dollar, Yuan, und aus irgendeinem Grund britische Pfund! Überhaupt denkt der normale Taiwanese beim Anblick eines Westlers sofort an Amerika, das ja quasi das nächste Nachbarland jenseits des enormen Pazifik ist.

Die amerikanische Kiosk-Kette 7-Eleven hat sich zu meiner Überaschung ganz darauf eingestellt und eine eigene Schiene für den asiatischen Markt, für den in 7-Eleven-Design verpackte lokale Knabber-Spezialitäten wie Salzmandelstreifchen mit getrockneten Mini-Fischlein (wie man sie bei uns als Katzen-Leckerchen kaufen kann) angeboten werden. Auch alle bekannten amerikanischen Soft-Drinks haben eine eigene (nur einen Bruchteil kostende) asiatische Produktionsschiene, die den asiatischen Markt mit Cola- und Fanta-Dosen, beschriftet mit asiatischen Schriftzeichen im konzern-typischen Schwung, versorgt.

Einheimisch-asiatische Softdrinks bestehen offenbar aus einer enormen Vielfalt aus Tees, gerne mit Milchpulver und einer Unmenge Zucker, in bunten kleinen Tetrapacks.

Auf den  spannenden Strassenmärkten gibt es alles, was man so für den Alltag braucht: Geschirr, Kleidung, Schmuck und Uhren und so manches origenelle Obst und Gemüse, das wir Europäer noch nie gesehen hatten! Hier fand unser Tenor-Kollege Mario, der aus Mexiko stammt, einen ganzen Berg eines grünen Gemüses, das ihn zu wahren spontanen Begeisterungsstürmen hinriss! Chayote, ein typisch tropisches Gewächs irgendwo zwischen Kürbis, Gurke und Zucchini, das es warm und freundlich braucht um zu gedeihen, und das deshalb gerne auch in Mexiko gedeiht!  Vergeblich hatte Mario versucht, es für seine Kinder am Wiener Naschmarkt zu entdecken! Und hier lag es in lustigen Haufen einfach am Boden herum!  Nachdem ich noch nie irgendjemanden über ein Gemüse derartig aus dem Häuschen geraten sehen habe, musste Chayote natürlich eingepackt und mitgenommen werden.

Nachdem ich also drei Chayote-Knollen erfolgreich um den halben Erdball transportiert und dann nach chinesischer und mexikanischer Art zubereitet habe, kann ich folgendes darüber berichten: Es ist ein einfach zu verarbeitendes Gemüse mit angenehm frischem Geschmack und saftig grünem gurkigen Fruchtfleisch, das beim Braten ein feines, gewürzartiges, belebendes Aroma entwickelt, das irgendwie eine starke bleibende Erinnerung auslöst und deshalb tatsächlich ein sehnsüchtiges Gefühl entstehen lässt, dass man so eines bald wieder zu sich nehmen möchte!

Gekocht haben wir die Chayote in Wien sowohl mexikanisch- gebraten mit Käse- als auch taiwanesisch im Wok-Stil mit Ingwer und Zwiebel nach Anleitung der taiwanesischen Verkäuferin. Beides war sehr lecker. Leider gedeiht es nur in tropischem Klima, sonst hätten wir versucht, den einen Kern, den jede Frucht beherbergt, zu pflanzen. Hat man tropisches Klima, soll diese Pflanze nämlich recht pflegeleicht in der Handhabung sein!

Die Freundlichkeit der Marktverkäufer war wirlich herzerwärmend: Weil wir so interessiert schauten, bekamen wir Mädls gleich eine Handvoll ortstypischer Knabbereien geschenkt: zäh-knusprige Hühnerfüsse,  leicht süsslich-bräunlich mariniert. Julia aus Ungarn ist nicht so leicht von einem blossen Hühnerbein zu erschrecken! Ihr beherzter Biss in den Geflügelschenkel trug ihr solche Begeisterung der Marktfrauen ein, dass diese zusammenliefen und ihr überglücklich eine weitere Handvoll Knabberfüsse in die Hand drückten! Scheinbar kommen nicht so viele Europäer vorbei, die diese geliebte lokale Delikatesse tatsächlich in den Mund nehmen! Überschwenglich wurde uns die Gesundheit, Bekömmlichkeit und Schmackhaftigkeit der Beinchen mit Händen und Füssen erläutert , und wir mussten schnell das Weite suchen, um unsere leicht angenagten Hühnerbeine dezent in einer finsteren Ecke fern von Taiwanesen-Blicken verschwinden zu lassen! Also wenn man nichts anderes zu essen hätte, wäre vielleicht ein Hühnerfuss eine letzte Option. So aber wird er es fürchte ich kaum auf die europäische Speisekarte schaffen, egal wie gesund er möglicherweise für unsere strapazierten Gelenke sein mag! Wie soll ich sagen: die Haut ist zäh, süsslich und nachgiebig, und die Knochen sind scheinbar durch die Marinade weich genug, um ohne Splittern wie ein härterer Knorpel zernagt werden zu können.

Im Tee-Shop am Ende des Marktes war wiederum der schiere Luxus zu hause. Gerade noch war das Gemüse auf der Strasse herumgerollt, hier kostete die billigste Tasse Tee soviel viel 30 mexikanische Chayotes.

Die Tee-Show, für die der Shop-Besitzer sorgte, war diesen fantastischen Preissprung aber allemal wert. Das Service kannte keine Grenzen:  bekamen wir doch zu der einen Tasse Oolong-Tee, die ich bestellt hatte, noch drei Extra-Tässchen, damit meine drei Freunde Julia, Mario und Kirill  gleich mitkosten konnten. Dazu gab es für jeden ein Glas elegant aromatisiertes Wasser und eine Einschulung zum wahren Tee-Connoisseur! Oolong Tee erkennt man daran, dass jedes Blatt zu einem einzelnen Kügelchen gerollt ist. Wie gut die Qualität des Tees ist, kann man sehen, wenn man diese Kügelchen in Wasser aufgehen lässt und sie wieder zu unversehrt aussehenden Teeblättern aufgehen, ganz im Gegensatz zu den armen Teeflankerl, die wir normalerweise in unseren Teesieben vorfinden.

In den beiden weissen Schalen auf der Theke konnten wir erstklassige Teeblätter begutachten, die bereits einen bzw. drei Tage im Wasser schwammen- die Blätter sahen frisch und ganz aus, die Flüssigkeit klar und grün, und die Blätter waren einzeln händisch gezupft, was ein geübter Kennerblick sofort verriet!

Dazu bekamen wir im Detail erklärt, was man mit Löffel, Teeblättern und Tee eigentlich anfängt und wie man den Geschmack beurteilt. Und nach Beendigung unserer suppenschüsselgrossen Tasse wurde diese noch einmal gratis nachgefüllt, was dem Geschmack keinen Abbruch, uns aber schon an die Grenze unserer Tee-Füllmenge brachte! Statt einer mickrigen Tasse Tee hatten wir also geradezu ein multisensorisches Tee-Vollbad für vier erhalten!

Nach unserer ausführlichen Einschulung macht uns jedenfalls niemand mehr etwas vor: erstklassigen Tee erkennen wir jetzt am Blatt, an der Bruchstelle, an der Farbe und am vielschichtigen, changierenden  Aroma. Nachdem ich mich eigentlich schon vorher für einen Teefreak gehalten hatte, war ich geradezu beschämt darüber, was mir über Tee bisher alles nicht klar gewesen ist! Das Problem war nur, dass wir nach unserer Teehaus-Stunde derart elitär in die „Teeolgie“ eingeschult waren, dass wir nachher keinen Tee mehr zum Mitnehmen nach Wien kaufen konnten. Wir konnten einfach keinen finden, der unseren neuen himmelhohen Qualitätskriterien auch nur im geringsten entsprochen hätte. Soviel wir auch in den diversen Tee-Shops mit Kostproben verlockt wurden, hatten wir uns vom Touristen, der auf hübsche Teedosen mit glücklichen Geishas darauf, hereinfällt, einfach zu weit entfernt und durchschauten alle Mängel, die versucht wurden, vor uns versteckt zu werden!

PARKS UND NATUR:

Taiwan erfindet unheimlich gerne Verbotsschilder! Leider habe ich keine Bilder von den lustigsten Verboten erwischt: zB. ein deskriptives Bild, das das Verbot darstellte, schwangere Frauen zum Rauchen anzustiften!

Oder das offensichtlich notwendige Verbot von Hühnern in Bus und U-bahn (während andere Tiere kurioserweise in Käfigen erlaubt sind!)

Wo wir schon bei Tieren sind: diese entzückenden taiwanesischen Eichhörnchen wohnten in einer dichten Bambusgruppe in einem der wunderschönen, friedlichen Parks von Taipeh. Sie sind komplett zahm und lassen sich von den Spaziergängern aus der Hand füttern! Man beachte die kuriosen fuchsroten flauschigen Bäuchlein!!!

Hunde in Taipeh gibt es vereinzelt. Wenn dann immer einzeln geführt, und alle sehen aus als kämen sie frisch vom Hunde-Friseur. Farbenfrohe Mäntelchen werden gerne getragen- scheinbar befürchten die reichen Taiwanesen, die sich den Luxus eines Hundes leisten können, ihr flauschiger Liebling würde sich bei den für Taiwan unangenehm tiefen Winter-Temperaturen von 16 Grad plus zu Jahreswechsel verkühlen!

Frieden spendende Parklandschaften, kleine Oasen zum Rasten, und die allgegenwärtigen.. Menschen mit Mundschutz!

Mundschutz hatte ich schon im Strassenverkehr beobachtet, bei vielen Motorradfahrern, aber auch bei Fussgängern. Die Luftqualität auf den Strassen ist nicht die astreinste, da war ein Mundschutz noch nachzuvollziehen- aber mitten im Park? Scheibar trug jeder 50.te Bürger hier Mundschutz. Manche ganz einfache, manche bunte mit Blümchen, Pünkten oder Comic-Figuren. Mein Rätsel-Sinn lief auf Höchsttouren! Aber die Lösung sollte sich in einem Erläuterungs-Schild in der U-Bahn zeigen!!!

Währenddessen schlenderten wir weiter durch die belebten Strassen- wie man sieht, gibt es kaum einen Teil eines Tieres, den man nicht dem Verzehr widmet! Möglichst Knorpeliges dürfte nicht nur aus der Not gegessen werden sondern scheint ernsthaft geliebt zu werden- Hühnerschnäbel, Schweineschwänze, Beinfleisch voller kleiner Knochen- und dicker Knorpelstücke (über das sich bei uns die Hunde freuen würden), das lieben die Taiwanesen! In einem authentischen Lokal, in das wir am Abend nur einkehrten, weil es durch keinerlei Turistenreklame beworben worden war, und weil es gut von Einheimischen besucht war, bekamen wir von allen, die wir fragten, die selbe enthusiastische Empfehlung, die beste Suppe sei Spare-Rib-Soup! Diese stellte sich als Nudelsuppe mit besonders knorpeligen süsslich eingelegten Beinfleischstücken (Marke Hühnerfüsschen) heraus. Knautschige Knorpel von der Konsistenz von unknusprigen Schweinsschwarterln lassen Taiwanesen-Augen leuchten! Wir Europäer wollen mit Knorpeln (und seien sie eventuell noch so gesund!) am liebsten gar nichts zu tun haben. Schwarte und Haut muss bei uns, wenn dann kunstvoll knusprig gebaten sein. Hier aber ist scheinbar auch Hühner- und Entenhaut nur dann optimal, wenn sie gelb, leicht zäh und so unknusprig wie möglich ist! Zugegebenermassen entstehen dabei selbst bei mir assoziative Bilder, wie sich der Konsum von derlei Nahrung direkt als Gelenksschmiere in strapazierte Gelenke integriert!

Es wäre interessant zu erfahren, ob der begeisterte Genuss der Taiwanesen von Knorpeligem sich auf das Auftreten von Arthritis und Gelenksschäden tatsächlich auswirkt!

Auch so kann man natürlich an Tee kommen: ein mobiler Instant-Tee-Stand. Rollt der vorbei, stürzen die Verkäuferinnen aus den Geschäften und holen sich einen Becher Heissgetränk aus Pulver frisch zusammengerührt.

Hat man vor, mit Tee und dazu gehörigen Requisiten zu verarmen, besteht auch dazu reichlich die Möglichkeit. Diese Teekannen konnte ich mir gerade leisten zu fotographieren. Ist immerhin auch etwas!

Das Kindergefängnis- will sagen Schule! scheinbar besteht akute Ausbruchsgefahr, da es hervorragend vergittert ist. Die Schüler tragen Uniform, bisweilen auch die mysteriösen Mundmasken, wirken aber ansonsten durchwegs lustig und vergnügt!

Die U-Bahn

 

Grossartig durchgeplant ist das U-Bahn-System, in dem sich jeder Tourist auf Anhieb intuitiv zuerechtfindet. Die Tickets sind billig, lassen aber durch Schranken kein Schwarzfahren zu. Die U-Bahnen kommen alle halben Minuten und stoppen hinter Türen, die selbstmördersicher erst aufgehen, wenn der Zug eingefahren ist. Es gibt sogar ein hevorragend funktionierendes System von am Boden verzeichneten Pfaden für Ein- und Aussteigende, das das staulose Schlichten der mobilen Menschenmassen zu Stosszeiten schluckauffrei garantiert!

HYGIENE:

Hygiene ist bei einem so grossen Volk offenbar ein wichtiges Thema! Die stillen Örtchen sind für uns Europäer ungewöhnlich fitnessfördernd. (solcherlei Örtchen gibt es sogar in den Zügen, wo die Aufgabe in so mancher Kurve zu einer sportlichen Herausforderung wird! Aber nachdem man bei dem System nur mit den Schuhsohlen dieselben Stellen berührt wie der Vorgänger kann über mangelende Hygiene hier wirklich nicht geklagt werden!

Und unter den unzähligen Verbotsschildern fand ich endlich in der U-Bahn diese einleuchtend ausführliche Plakatwand, die in anschaulichen Comics erklärt, wozu die vielen Mundschütze getragen werden, die überall zu sehen waren! Daneben eine kleine Auswahl von bunten Exemplaren! Das Tragen von einem Flugbazillen-Schutz schien mir letztendlich eine so gute Idee zur Volksgesundheit, dass ich mir seitdem richtig unhygienisch vorkomme, wenn ich niessen muss!

PARK MIT VOLKSPALAST, THEATER UND KONZERTHAUS:

Der nächste herrliche Park beherbergte den bomabstischen Volkspalast mit seinen eingebauten Prachtstatuen, seiner lokalen Kunstsammlung und seiner monumentalen treppenreichen Architektur, sowie das Konzert- und Theatergebäude, wo die Kollegen ihr Carmina Burana Konzert am Neujahrsabend hatten.

TEMPEL:

Im prachtvollen Tempel wimmelte es nur so von frommen Betenden, die hin und her schusselten, Räucherstäbchen von A nach B brachten, Statuen anbeteten, Gebetshölzchen warfen, und ähnliches. Nicht nur die räucherwerkgeschwängerte Luft und die hypnotisch immer im Kreis laufenden Musik aus wenigen immer wiederkehrenden Takten, die als Mutter aller Esotherik-Stimmungs-Berieselung in Dauerschleife für eine Beinahe-Trance sorgte , sondern auch das stetige Gewusel aus ernsthaft und versunken Betenden, liessen einen als westlicher Besucher ganz flau und klein werden. Nur ein paar verstohlene Bilder gelangen mir von einigen der Statuen. Die Betenden versuchte ich tunlichst nicht zu fotographieren, das wäre mir unethisch vorgekommen. Aber lang standen wir ohnehin nicht unbetreut herum, da kamen schon die freundlichen Tempelwächter und drückten uns Gebetshölzchen in die Hand, mit denen man Buddha um die Erfüllung von Wünschen bitten konnte, und erklärten uns die überaus aufwändige Bet-Zeremonie mit den sieben Räucherstäbchen, die man einzeln nach Vortrag eines Wunsches vor einer Statue seiner Wahl, in den grossen dafür vorgesehenen Becken „opfern“ sollte. Ab da war es mit dem Fotographieren ohnehin vorbei, denn mit dieser Zeremonie ist man eine Stunde lang beschäftigt!

Wie immer man zu Religionen steht: diese hier war wenigstens erfrischend offen für alle Interessierten, und die Idee, einen Wunsch siebenmal mit einer langen Serie von Bewegungen und Aktionen formulieren und vortragen zu müssen, fixiert ihn schon wesentlich besser im Programm als wenn man ihn nur einmal gen Himmel schleudert. Nicht zuletzt hat es sicherlich den Effekt, dass man, wenn man mit einem falschen, nicht so wichtigen Wunsch anfängt, spätestens bei der dritten, vierten Wiederholung, draufkommt, dass er einem eigentlich doch nicht wichtig genug ist, um noch weitere drei Wiederholungen zu verdienen! Man überlegt sich also seine Wünsche!

Sehr herzig finde ich auch die (bei einem so einwohnerreichen Staat irgendwie einleuchtende) Idee, dass man den Göttern unbedingt zum Wunsch auch den vollen Namen, die Adresse (!!!!) und das Geburtsdatum (!!!!) zwecks eindeutiger Identifikation und verwechslungs-sicherer Wunschzustellung nennen muss! Wenn man ein wenig darüber nachdenkt kommt uns unser in Europa übliches Selbstverständnis, Gott müsse gleich wissen, wer wir sind, dann eigentlich ein wenig egozentristisch vor!

Zum Kontrast zum extrem stimmungsvollen alten Tempel besuchten wir noch einen modernen Tempel, der aber trotz drei neuer, goldglänzender Riesenstatuen ohne Flair und ohne Besucher geblieben war, und wir fanden einen winzigen Strassentempel, nicht grösser als die rundum liegenden kleinen Shops- für den „kleinen Wunsch zwischendurch“ ist hier in einem Schrein eine kleine Ansammlung der wichtigsten Gottheiten für die Wunschentgegennahme zuständig. Auch hier werden essbare Opfer gebracht.

NIGHT-MARKET:

Ausgesprochen erlebenswert sind die Night-Markets: ab Einbruch der Dunkelheit kann man in den nächtlichen Strassenmärkten alles nur Erdenkliche erwerben. Damit man dabei nicht vom Fleish fällt, ist mindestens jeder zweite Stand eine originelle Imbissbude: hier gibt es Bratmaden, Riesenshrimps, Schnecken, getrockneten Tintenfisch  zum Knabbern oder süss bestrichen und knusprig geröstet,

Nachdem ich das mit dem Mundschutz endlich verstanden hatte, muss ich sagen, dass mich die sorgfältige Bällchen-Falt-Arbeit dieser Köchin mit Mundschutz besonders vertrauensvoll stimmte. Da kann man nur hoffen, dass europäische Köche in ihren vor den Gästen gut versteckten Küchen auch immer ähnliche hygienische Sorgfalt walten lassen! ;)

Hier kann man sich sein Tepanyaki-Buffet zusammenstellen. Hinter den verlockenden Theken warten die Tische für die Gäste.

Wem das „normale“ Essensprogramm noch nicht exotisch genug ist, kann sich auch seine Wunschschlange zum Abendessen aus einem Käfig aussuchen. Hier war – ebenso wie bei den aus ihren Panzern gezogenen Schildkröten – aus naheliegenden Gründen das Fotographieren verboten.

Diese kleinen Hunde waren glaube  ich nicht als Snacks gedacht, sondern durchaus als Pets. Auf dem nächsten Bild wird neben Maiskolben mit Sesam auch ein Border Collie zum Verkauf angeboten, wenn man genau hinsieht!

Hier gibt es offenbar Heilkräuter, die in einer Live-Show auf Taiwanesisch erläutert werden.

Und für die Kinder gab es auch jede Menge Spass trotz nächtlicher Stunde. Ein Spielzeugstand verlockte mit leuchtenden fernsteuerbaren Autos, die sich lustig überschlugen, sowie mit kleinen ferngesteuerten Hubschraubern, und ganze Batterien von Flipperspielen für Kinder standen bereit, um eine neue Generation in die Freuden des Glückspiels einzuführen.

 

Hier ein Fächermaler mit seiner Ware

STADTBILD:

Taipeh feiert übrigens gerade sein 100-Jahr-Jubiläum, das natürlich mit einem Riesenfest zu Silvester gefeiert wurde!

Hua-Lien an der Ostküste

Während wie gesagt die Kollegen ihr Konzert in der Konzert-Halle in Taipeh am Neujahrsabend hatten, war unser kleines Grüppchen gebucht für das Neujahrs-Sunrise-Konzert am 1. Januar um halb sechs in der Früh!

An der Küste des brausenden Pazifik, vor dem die Stadt Hua-Lien durch Tsunami-Wälle abgeschirmt ist, war eine Bühne wie für ein Rock-Konzert aufgebaut. Nachdem Taiwan überaus interessiert an westlich klassischer Musik ist, hatte ein einheimisches Orchester Beethovens Neunte Symphonie studiert und uns als westlichen Aufputz für die Übertragung der berühmten Ode an die Freude (Freude, schöner Götterfunken) auf der Gross-Leinwand sowie die Fernsehübertragung um die halbe Welt einfliegen lassen!

Ein riesiges Publikum erschien auch trotz der frühen Stunde, und alle warteten auf das Aufgehen der Sonne während des Konzerts, das mit zarten einheimischen Kompositionen und einem entzückenden (wenn auch um die Zeit ein wenig verschlafenen) Kinder-Chor begann und sich dann stimmungsvoll in Beethovens Freuden-Ode steigerte!

Wirklich schade, dass genau an diesem Tag gerade die Sonne nicht mitspielte und es zwar einigermassen hell aber wegen Nebel und Wolken nicht sonnig wurde. Nun, es gab immerhin noch die Sonne auf der grossen digitalen Leinwand hinter den Musikern!

Bei einem Konzert zu derart früher Stunde versteht es sich von selber, dass das Frühstück zur Belohnung nach geleisteter Arbeit wird!

Ich hatte ja bereits in Taipeh wacker das Beste von asiatischem Frühstück getestet. Hier begegnete ich neben dem berühmten Congee, dem sagenhaft geschmacklosen Reisschleim, der dafür besonders bekömmlich sein soll, und unter anderem auch dem berühmten Tausendjährigen Ei, einer Spezialität, die ja laut den Asiaten extrem gesund sein soll. Überhaupt sind Eier zu Neujahr scheinbar eine Tradition, tausendjährige Eier sprechen ja schon durch ihren Namen eine Verheissung von langem Leben und hohem Alter aus! In spezielle Lake eingelegt werden sie in einer dicken Schicht von Ton und Stroh eingepackt, und, zwar nicht tausend Jahre aber immerhin ein paar Monate später wieder ausgepackt. Bis dahin haben sie eine fast schwarze Farbe angenommen und bestechen durch einen spannenden schwefelartigen Nachgeschmack, zu dessen endgültiger Auslöschung auch der geschmackloseste Reisschleim nicht ganz herhält!

Und zu meiner grossen Überraschung begegnete ich in der Frühstückssuppe nach dem Morgenkonzert in Hua-Lien an meinem letzten Taiwan-Tag der berüchtigten „Made in Taiwan“ ganz höchstpersönlich! Da war sie: eingepackt in ein grünes Blatt am Boden meiner Frühstücks-Suppenschüssel! Ja, mein Taiwanaufenthalt war zwar kurz, aber mit dieser Begegnung habe ich das Gefühl, beinahe nichts Versäumenswertes versäumt zu haben! 

Sogar den Pazifik, dieses Riesenmeer, das sich um den halben Erdball bis an Amerikas Westküste  unvorstellbar unermesslich ausdehnt, habe ich gesehen:

Naja, mehr erfahren hätte ich eigentlich doch sehr gerne über die taiwanesischen Aborigines, deren indianisch anmutende Kunst einen Hauch von spannenden Geschichten aus den längst vergangen Zeiten der unerschrockenen Pazifik-Überquerer versprachen, die ehedem das Land besiedelten. Die selben kelpieartigen Hunde, die auf den Holzschnitten als Jagdkumpane dargestellt sind, laufen übrigens noch immer wild herum und vermehren sich lustig weiter!

Vielleicht ergibt sich für mich wieder einmal eine Gelegenheit, über diese Urgeschichte mehr zu erfahren, sowie die spektakulären Naturschauspiele zu besichtigen, die ich diesmal leider versäumt habe. Dann gibt es vielleicht die Fortsetzung der taiwanesischen Reiseschilderungen!

Dezember 24, 2010

Ein schönes Weihnachtsfest euch allen!!!

Einsortiert unter: Synve`s Livestyle — synve1 @ 2:32 pm

Das Christkindl-Markt-Bild oben ist von Wolfgang, aber so herrlich stimmungsvoll-kitschig, dass es unbedingt hier zu den Weihnachtswünschen muss!

Wer noch nicht bis über beide Ohren im Weihnachtskitsch versunken ist und nun endgültig genug von Glitzer, Lametta und Weihnachtsliedern hat: Hier sind ein paar Clips, die bei unserem Vorweihnachts-Konzert in der Galerie Kramer entstanden sind. Leider sieht man durch die Einstellung in Richtung Fenster zum verschneiten Balkon nichts von den kraft- und schwungvollen Bildern von Kurt Kramer, der zur Freude von mir und meinen musikalischen Kolleginnen Kristine und Kerstin viele musikalische Themen in seinen Werken verarbeitet hat! Das war wahre fächerübergreifende Kunst, und ein Vergnügen, in einem so inspirierenden Ambiente singen zu dürfen!

Deck the halls: http://www.youtube.com/watch?v=VzyT1sOsirA

Aber Heidschi Bumbeitschi:  http://www.youtube.com/watch?v=lisq3TzkH4w

Still, still, still: http://www.youtube.com/watch?v=ENvyvawbjkA

Kling naa klokka: http://www.youtube.com/watch?v=a7hYj64qZPw

Mein persönliches Weihnachtsprogramm ist hiermit abgearbeitet: Alle Weihnachtslieder sind für dieses Jahr gesungen, die Zwetschgenkrampusse werden inzwischen schon wieder Feige für Feige verspeist, und Kekse aller Arten sind gebacken (und auch viele von ihnen sind schon verzehrt!) Schaf- und Border-Collie-Kekse waren natürlich dabei, die ja zu Weihnachten auch ganz gut passen! Bei den Zimtsternen mit Krokantstreusel waren wir noch in recht seriöser Laune und einigermassen weihnachtsfeierlich. Da sich diese Stimmung bei mir selten stundenlang hält und der innere Kobold nach einer Weile auch ein Händchen im Spiel haben möchte, schummelten sich bei den Vanillekipferl schon die eine oder andere Zimt-Seeschlange darunter. Weiter ging es zu den gemischten Teigen, aus denen Saure-Regen-Tannen und Kohle-Industrie-Schneeflocken wurden. Und gegen Schluss kam es dann zu schwarzen Schneemännern und diesen entzückenden Weihnachtsmonstern hier! Danke Lukas für die Unterstützung! So macht Kekse backen eben Spass. Und weil am Ende immer noch Teig da war und Lukas für Silvester auch schon gerüstet sein wollte, wurde noch eine Schüssel voll Runen-Kekse gebacken, aus denen man sich seine idividuelle Rune für 2011 ziehen kann! Natürlich habe ich schon eine gezogen, nämlich die Rune Algiz, eine gute Schutzrune! (im Bild ganz unten! ;) Übrigens: wer sich eventuell daran stösst, dass wir zu Weihnachten heidnische Runen backen, den möchte ich ganz vorsichtig daran erinnern, dass der Zeitpunkt von Weihnachten mit dem alten Jul-Fest, der Feier Winter-Sonnenwende, also der Rückkehr des Lichts zusammenfällt. Also berechtigen mich meine nordischen Wurzeln dazu, mir dieses Fests bewusst zu sein! Die Wiederkehr des Lichts, das finde ich jedenfalls einen wirklich würdigen Anlass zum Feiern!!!

In diesem Sinne: Frohes Fest und fröhliches Knabbern, und wer eine Rune abbekommt, möge mir bitte berichten, welche es geworden ist!

Dezember 22, 2010

Üble Vorweihnacht für Haie!!!

Einsortiert unter: Allgemein — synve1 @ 11:51 am

Vorweihnachten 2010 bietet für den Nachrichtenleser köstlichste Unterhaltung: Zum einen sind da die köstlichen Telephon-Abhör-Protokolle unserer österreichischen Finanz-Elite, die in allen Tageszeiten im wortgewandten O-Ton ein unterhaltsam-farbenfrohes Bild von den weissen Westen der Beteiligten malen:

Meischberger: „Wo woar mei Leistung?“ Plech: „deine Leistung war, ah, deine Leistung woar, ahhh, das du, ih bin jetzt völlig durcheinander….“

Ist ja auch verständlich, dass man sich bei kleinen Taschengeldern von 600.000 Euro nicht immer erinnern kann, ob und wofür man sie kassiert hat! Wir vermuten natürlich noch immer die Unschuld unserer Eliten, die sich doch bestimmt nicht einfach das Geld gegenseitig in die Taschen schieben würden!

Manchmal kommt mir allerdings der Gedanke, dass das normale Volk, die Heringe sozusagen, nur deshalb zu Anstand und Ehrlichkeit erzogen werden soll, damit die Haie schön leichtes Spiel mit ihnen haben.

Besonders jetzt zu Weihnachten, wo jeder an Werte und edle Charakterzüge wie gegenseitiges Beschenken denken sollte, bekommt all das eine ganz neue Einfärbung, wenn man als kleiner Hering einen Blick durch die brüchiger werdenden Aquariumswände erhascht.

Weihnachtliche Werte wie Uneigennützigkeit, Altruismus, Verzicht, Bescheidenheit… sind die vielleicht nur ein  Spezialfutter, die ein angenehm fügsames, braves, Volk aus uns machen sollen, das den Banken die Schulden zahlt, damit die Bonzen auch recht schön weiterfeiern können???

Die Haie nähren sich nämlich scheinbar nicht von demselben Futter und spielen auch nicht nach denselben Regeln!!

Mit diesem unangenehmen Gedanken im Hinterkopf gewinnt leider jede schöne, in mir hängengebliebene wertbildende Kindergeschichte über Teilen, Freundschaft und das übergeordnete Gute einen unangenehm schalen Nachgeschmack? War das alles ein Programm der Haie, um freundliche, sanfte, formbare Bürger aus uns zu machen?

Die schönen Geschichten des Christentums glorifizierten ja auch schon den Verzicht: Sklaven und Unterdrückten wurde so ihr Fronleben mit der Aussicht nach einem Paradies schmackhaft gemacht, während die Oberhäupter in goldenen Palästen residieren und sich nicht an die Regeln halten zu brauchen, die sie dem normalen Volk abverlangen.

Kapitalistisches Kastenwesen, vermittelt durch moral-bildende Geschichten mit doppeltem Boden?

Aber zum Glück bietet zu diesem deprimierenden Einblick in die Welt der menschlichen Haie eine andere Hai-Story der Tagespresse eine sehr willkommene Aufheiterung. Tja, so hat sich der kleine Hai, der schlauerweise unter der Sprungchance seine vorfreudigen Runden drehte, seinen Weihnachtsruhm wohl nicht vorgestellt! Jedenfalls ein absolutes Goldstück an abstruser Geschichte. Viel Vergnügen damit:

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Sharm El Sheikh -

Ein Hai lag eines Morgens plötzlich am Strand von Sharm El Sheikh. Jetzt geht das Gerücht um, ein betrunkener Tourist habe das Tier getötet. Wie ihm das gelungen sein soll:

© dpa

Der tote Hai von Sharm El Sheikh

Es ist eine irre Geschichte: Der Serbe Dragan Stevic soll sich nach einer durchzechten Nacht spontan zu einem Bad im Meer entschlossen haben. Völlig betrunken wie er war, kletterte er auf einen Sprungturm am Strand. Bevor sein Saufkumpane ihn aufhalten konnte, sprang Stevic ins kühle Nass. Doch zur Enttäuschung der beiden Männer spritzte das Wasser nicht so hoch wie erwartet.

Der laut seinem Begleiter naheliegendste Grund dafür: Dragan Stevic war einem Hai, ja vielleicht sogar dem Hai, der den Ferienort mehrere Wochen in Angst und Schrecken versetzt hat, mit voller Wucht auf den Kopf gesprungen. Der soll zufällig unter dem Sprungturm im Meer auf Beute gewartet haben. Das Tier soll nach der Attacke auf der Stelle tot gewesen sein. Am nächsten Tag hat die Polizei den Hai leblos am Strand gefunden. Es könnte sich dabei sogar um die Bestie gehandelt haben, die vier Touristen verletzt und eine deutsche Urlauberin getötet hatte. 

„Held“ liegt mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Ein weiteres Indiz, dass ein Hai an dieser Stelle im Wasser gewesen sein muss: Stevic soll seinem Saufkumpanen berichtet haben, das Wasser sei überhaupt nicht weich gewesen und er habe sich sogar den Knöchel verstaucht. Für den Freund ist die Sache also völlig klar. Dumm nur, dass sich der Held selbst an nichts erinnern kann. Er liegt gerade in einem Krankenhaus und kuriert seine Alkoholvergiftung aus. Die Geschichte hat sein Kumpel unters Volk gebracht.

In Sharm El Sheikh wird der Serbe trotzdem gefeiert. Wenn er sich von seiner heroischen Tat erholt hat, darf er einen kostenlosen Urlaub in einem der Resorts vor Ort genießen – seine Belohnung dafür, dass er den Hai vielleicht zufällig getötet hat.

Oktober 26, 2010

Marokko-Aquarelle

Einsortiert unter: Marokkanische Tage — synve1 @ 8:24 pm

Oktober 18, 2010

Oktober

Einsortiert unter: Allgemein — synve1 @ 9:52 am

Oktober 7, 2010

Wiener Blut auf Schloss Greillenstein

Einsortiert unter: Konzerte — synve1 @ 9:50 pm

September 22, 2010

Elbphilharmonie

Einsortiert unter: Inspirationen — synve1 @ 11:11 am
Die Elbphilharmonie – Konzertsaal der Superlative
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Die „Philharmonie Hamburg“ sollte neue Maßstäbe im Aussehen und Funktion setzen. Das renommierte schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron bekamen den Auftrag von Alexander Gérard eine Projektskizze zu fertigen. Diese kam so gut an das dieses Projekt realisiert werden musste. So nahm die Elbphilharmonie ihren Anfang. Die Kosten für das ganze Projekt betragen derzeit 241,3 Mio Euro, die einerseitz von der Freien Hansestadt Hamburg, dem Investorenkonsortium IQ², Spenden und dem Haushalt der Freien Hansestadt Hamburg getragen werden. In der Elbphilharmonie werden 2 Konzertsäle, ein Hotel, Wohnungen, eine Plaza und ein Parkhaus zu finden sein.

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Das Foyer wird eine unverwechselbare architektonische Landschaft mit einer dreigeschossige geschwungenen Treppenanlage die von der Plaza zu einen der Konzertsäle führt. Die Plaza ist das Herzstück der Elbphilharmonie in der sich die Besucher zentral treffen.

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Das Highlight ist der große Konzertsaal mit bis zu 2150 Plätzen. Das Orchester mit dem Dirigent befinden sich zentral in der Mitte umringt von den Besuchern. An der Decke des Konzertsaales befindet sich der Refklektor der Licht und Klänge gleichmäßig in den Raum verteilt.

Auf der Elbphilharmonie Website gibt es einen virtuellen Rundgang. Weitere Informationen zu der Hafencity von Hamburg gibt es hier.

(Bilder: Herzog De Meuron Plan Hamburg Concert Hall. Copyright Holder – Herzog & de Meuron)

Öko-Schiff Physalia

Einsortiert unter: Inspirationen — synve1 @ 11:09 am

Kreuzfahrschiffe der Zukunft sind schwimmende Wal-Gärten

physalia 

von Thomas Jüngling

Schiffe sollen auf ihren Flusstouren mehr Energie liefernals verbrauchen und gleichzeitig das Wasser säubern

Wie ein riesiger Wal sieht das Kreuzfahrtschiff der Zukunft auf den Illustrationen des belgischen Architekten Vincent Callebaut aus. Wegen seiner lang gezogenen, geschwungenen Form soll es ohne großen Widerstand durch Flüsse treiben, in aller Ruhe und mit einem höheren Auftrag. Mit dem Modell Physalia will Callebaut nicht nur zeigen, wie wenig Treibstoff große Schiffe verbrauchen müssen, sie könnten während der Fahrt auch gleich die Flüsse säubern.

Grundlage für das Modell ist die Bionik, die Kombination aus Biologie und Technik: Der Designer hat sich in der Tierwelt umgesehen und Physalia physalis, die Portugiesische Galeere, für sich entdeckt. Die Eigenschaften dieser Quallen, genauer gesagt der Gattung Seeblasen, hat er auf sein Schiffsmodell übertragen und die ungewöhnliche Bootsstruktur entwickelt.

Eine Besonderheit der Physalia: Sie soll auf ihren Touren mehr Energie produzieren als verbrauchen. So stellt es sich zumindest Designer Callebaut vor. Das Dach besteht aus einer doppelten Membran, eingearbeitet sind feine Solarzellen, um die Motoren zu betreiben. Außerdem sitzen unter dem Rumpf Hydro-Turbinen, die den Wasserstrom während der Fahrt ausnutzen und ihn in Antriebsenergie umsetzen.

Sollte die Technik funktionieren, hätte Callebaut die Schifffahrt um einen Ansatz, Treibstoff zu sparen, erweitert. Andere Unternehmen wie die niederländische DK Group wollen Kompressoren einbauen, die Luftblasen am Rumpf hochsteigen lassen. Das verringert die Reibung mit dem Wasser deutlich und könnte helfen, den Treibstoffverbrauch um zehn Prozent zu verringern. In der Planung sind auch supraleitende Elektromotoren, die das Gewicht des Schiffes um etwa 30 Prozent reduzieren könnten, sowie der Großeinsatz von Wasserstoffmotoren. Einige Forscher basteln sogar an Flossen, die durch Auf- und Abbewegungen selbst große Tanker effizienter auf Fahrt bringen sollen als Propeller. Mit seinem Physalia-Projekt geht Callebaut deutlich darüber hinaus.

 Weltweit sind jährlich etwa 40 000 Kubikkilometer Süßwasser verfügbar. Das ist selbst dann noch viel, wenn in 40 Jahren schon mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Derzeit verbrauchen Menschen nur 5500 Kubikkilometer Süßwasser pro Jahr. Das Problem ist jedoch, dass die Qualität des Wassers deutlich sinkt. Daher bleibt nur wenig Trinkwasser übrig.

Ein wenig mehr könnte eine große Flotte Physalias liefern – hofft Callebaut. An Bord ist ein mehrstufiges Filtersystem, um das durchfahrene Schmutzwasser zu reinigen. Eine hydraulische Pumpe drückt das Wasser auf das Dach. Dort bleibt es den Pflanzen überlassen, es zu reinigen. Außerdem ist die Stahlstruktur des Rumpfes mit Aluminium überzogen, durchsetzt mit Nanoteilchen aus Titandioxid. Das Material reagiert unter Einstrahlung ultravioletten Lichts, das einen Teil des Sonnenlichts ausmacht, und reinigt das Wasser.

Titandioxid klingt gefährlich, ist aber verträglich, es steckt nicht nur in Farben als Weißmacher, sondern auch in Kosmetika und Lebensmittel. In den meisten Fällen allerdings produziert es bei seinen chemischen Prozessen nicht nur Sauerstoff. Ein Nebenprodukt ist zudem Kohlendioxid. Das müssten dann aber wieder die Pflanzen zugeführt bekommen, ansonsten geräte die Energiebilanz der Physalia beträchtlich in Schieflage.

(Text aus  www.Welt.de)

Vertical Farm Dragonfly, New York

Einsortiert unter: Inspirationen — synve1 @ 11:06 am

dragonfly vertical farm for future new york

dragonfly vertical farm for future new york
[Press Release]

DRAGONFLY, A METABOLIC FARM FOR URBAN AGRICULTURE

2009 : 800 MILLION OF URBAN FARMERS FOR RESPONSIBLE ECO-CITIES

The world of fast-food and frozen food is over! The urban keen interest of the beginning of our Century turns toward the garden flat bringing back the countryside in our overcrowded cities fighting from now on for a community urban agriculture able to contribute to the durability of the city and to rethink the food production.

On the roofs, terraces, balconies, in the hollow of the non-built public spaces, in the interior yards and the suspended greenhouses, the eco-warrior aspires to escape from its competitive and consumeristic universe imposed by the laws of the market. He desires to cultivate its immediate landscape so as to better take root in the ground by creating his own ecologic and alimentary biodiversity. The consumer becomes from then on producer and the garden inhabitant !

From the Parisian « worker gardens » to the « community gardens » of New York going though Muscovite « vegetable squares », eight hundred million of urban farmers, i.e. more than one human being out of ten, consume nowadays chlorophyllous products from these cosmopolitan kitchen gardens. These new gardens, aware of the emergency to reduce our fuel consumption and the necessity to modify our behaviour facing the climatic changes, decrease thus their environmental impact and build eco-responsible cities on a community way.

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2025 : 5.5 BILLION OF CITY SLICKERS FACING THE FOOD CHALLENGE OF THE 21ST CENTURY

According to the PNUD (Programme of the United Nations for the Development), the worldwide urban population will go from 3.1 billion of inhabitants in 2009 up to 5.5 billion of inhabitants within 2025. Looking for a positive energetic assessment, the contemporary city aims within fifteen years at producing cleanly and intensively more energy than it consumes so as to pack this urban exodus! It develops therefore the urban agriculture to become food self-sufficient by recycling at the same time its liquid waste by phyto-purification, its solid waste in fertilizers by composting and by producing energy by biomass, photovoltaic cells and other renewable energies (thermic solar, photovoltaic solar, wind, tide-turbine energies…).

In order to avoid the asphixiation of the planet and the feeding of its 9 billion of inhabitants within 2050, it deals thus with reinventing the traditional energetic pattern between the city and the countryside between western countries, emerging countries and developing countries. This sums up as following: on the one hand import of natural and food resources, and on the other hand export of waste and pollution. The ecologic city aims at reintegrating the farming function on the urban scale by emphasizing the role of the urban agriculture in the use and the reuse of natural resources and biodegradable waste so as to close the loop of ecologic flows.

dragonfly vertical farm for future new york

The urban agriculture can feed the city without any pesticide or chemical fungicide (whose toxicity is proved on the human being : cancer, sterility…), and make it less food dependant of its backcountry or other regions of the world. Organising the distribution of fresh products in short circuits, that means linked directly with the consumer, the urban agriculture complete thus the traditional agriculture. In addition to the nutritive quality of the produced and consumed food, the urban agriculture is also a growth lever of the urban unemployment market and the local economy. It is used directly as a social link in the conciliation of the primary needs of the newcomers with the challenge of their integration in the life of the city, fighting thus against poverty and exclusion. On the sanitary level, this farm approach presents also an interesting potential for the decontamination of polluted grounds and undergrounds as well as for he purification of the polluted atmosphere in CO2.

Due to the fuel crisis and climatical change, the rural agriculture of the western countries must answer to the worldwide food crisis of the developing countries and mainly Africa. Its role is from now on to produce (with an increase estimated of 60% within 2050) all the foodstuffs transportable by boat such as cereals or corn. This is based on the evolution of the science and the most advanced biotechnologies. In addition to this nutritious role, the rural agriculture is newly challenged to recycle its own culture rebus for the green chemistry in order to produce the bio fuel called “second generation fuel” using the energy of non-consumable materials from the plants, that means fibres such as celluloses.

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DRAGONFLY, A NOURISHING VERTICALY CULTIVATED CENTRAL PARK

The architecture has to be in the service of this new agriculture and to design this new social desire in this context of ecologic mutation and food autonomy! The Dragonfly project suggests therefore building a prototype of urban farm offering around a mixed programme of housing, offices and laboratories in ecological engineering, farming spaces which are vertically laid out in several floors and partly cultivated by its own inhabitants. This vertical farm sets up all the sustainable applications in organic agriculture based on the intensive production varied according to the rhythm of the seasons. This nourishing agriculture is furthermore in favour of the reuse of biodegradable waste and the keeping of energy and renewable resources for a planning of ecosystemic densification.

Floor by floor, the tower superposes not only stock farming ensuring the production of meat, milk, poultry and eggs but also farming grounds, true biological reactors continuously regenerated with organic humus. It diversifies the cultivated varieties to avoid the washing of stratums of soft substratum. Thus, the cultures succeed one another vertically according to their agronomical ability to provide some elements of the ground between the essences that are sowed and harvested. The tower, true living organism, becomes thus metabolic and self-sufficient in water, energy, and bio-fertilizing. Nothing is lost; everything is recyclable to a continuous auto-feeding!

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A BIONIC AND ENERGETICALLY SELF-SUFFICIENT ARCHITECTURE
The architecture of Dragonfly prototype suggests reinventing the vertical building (that outlined the urbanistic booming of New York City since the 19th Century) as structurally and functionally as ecologically and energetically.

To ensure the social diversity and a permanent life cycle (24h/24) in the tower, the mixed programmation is mainly laid out around two poles of housing and work places. Around housings, offices and research laboratories as well as the most private to the most public agricultural and leisure spaces are designed in gardens, kitchen gardens, orchards, meadows, rice fields, farms and suspended fields. The distribution of flows is made around a true safe spine spreading in loop the numerous elevators, the goods elevators and stair wells serving all the levels by separating simultaneously the inputs and the outputs recycled from plants, animals and human beings.

dragonfly vertical farm for future new york

Architecturally, the functional organisation is represented by two oblong towers symetrically arranged in pair around a huge climatic greenhouse that links them and deploys itself between two crystalline wings. These very light wings in glass and steel retake the loads of the building and are directly inspired from the structure of the dragonfly wings coming from the family of “Odonata Anisoptera” whose transparent membrane is very finely nervured. Two inhabited rings buttress around these wings. Their organically chiselled exo-structure accommodates the inter-climatic spaces that receive the agrarian cultures. They buttress.

The whole set forms «double layer» architecture in bee nest mesh that exploits the solar passive energy at its maximum level, by accumulating the warm air in the winter in the thickness of the exo-structure, and by cooling the atmosphere by natural ventilation and by evapo-perpiration of the plants in the summer. Protecting thus the cultures from climatic changes in New York (from -25.5°C in the winter to +41°C in the summer), these plug spaces are useful to reflect on the agriculture not anymore in terms of surface area but really in terms of volume. Actually, whereas grounds nourish orchards, each wall and each ceiling are metamorphosed into three-dimensional kitchen gardens. The interior frontages of the housing and offices throw towards the skyline of New York the cantilever of their hydrophonic balconies with hexagonal section thanks to what it multiplies the culture layers by floors. The vegetation abounds, the earth is swarming of insects and animals are freely brought up in holding tanks by urban consumers with low income. The architecture becomes eatable!

dragonfly vertical farm for future new york

Designer : Vincent Callebaut Architect

http://www.inhabitat.com/2009/05/18/dragonfly-urban-agriculture-concept-for-ny/

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